Illectronic Rock - Angel Suicide
Beim Bandfoto in der CD musste ich spontan an Apotygma Berzerk denken, und die Aschaffenburger Illectronic Rock haben trotz ihres Bandnamens zwar auch einiges mit Elektro am Hut, haben dann aber doch wesentlich mehr Gitarren an Bord als Apotygma Berzerk. Wobei mehr Gitarren nicht automatisch auch ein Mehr an Klasse sein muss. Hier wird hauptsächlich straight und flächig, streckenweise fast New Metal-like gerifft. Beim Opener "Fear Inside" grölt zudem noch eine Sängerin im Hintergrund, so dass sich das Ganze nach einer Elektroversion von den auch schon nicht gar o prallen Exilia anhört. Wobei... im Booklet wird keine Gastsängerin geführt, womöglich hat das die Band selbst hervorgebracht, rein vom Schminke- und Strähnchenaufkommen auf dem Bandfoto stehen sie wohl eh zu ihrer weiblichen Seite. Aber jetzt mal ohne Quatsch, Sänger Robert Schwarze pendelt zwischen gefühlvoll/weinerlichem Emo- und kraftvollem, fast schon metalaffinen Shouting - und das innerhalb von Sekundenbruchteilen. Das gesamte Material von 14 Songs in etwas mehr als einer Dreiviertelstunde plätschert etwas ereignislos vor sich hin, ganz schlimm ist das abschließende "Suicide Angel" - eine Klavierballade nach dem Baukastensystem, mit Harmonien, die man schon tausend Mal gehört hat. Einzelne Songs wie etwa das kraftvolle "Between Heaven And Here" können durchaus was, unterm Strich aber eher Durchschnitt. Zum eben erwähnten "Between Heaven And Here" bloss nicht das als Bonus auf der CD enthaltene Video anschauen, Klischee im Quadrat und Herr Schwarze scheint mir zu viele MCR-Videos gesehen zu haben. (tj)




