Day Eleven - Sleepwalkers
Und schon wieder ne finnische Band, die mit Sound abseits momentan moderner Pfade punktet. Das momentan steht nicht umsonst im Einleitungssatz, denn die fünf Finnen widmen sich einem Genre, das vor guten 15 Jahre seinen kreativen Höhepunkt hatte: Grunge. Wenn Day Eleven dieses Album damals heraus gebracht hätten, würden sie vielleicht heute in einem Atemzug mit Acts wie Alice In Chains oder Pearl Jam genannt werden. Allerdings wollen die noch existenten Pearl Jam heute wohl nicht mehr so eingängige Songs liefern wie auf ihren beiden ersten Platten, Day Eleven haben dagegen keinerlei Hit-Berührungsängste! Beim Opener "Dissonance Fading" schwingt ordentlich Punkenergie mit, es wird aber auch mit feinen zweistimmigen Gesangpassagen, fetten Gitarren und einer gewissen Düsternis gepunktet. Selbst die Soloexkursionen des Gitarristen Matti Lötjönen sind erfreulich songdienlich und stimmig. Auch gemäßigtere Nummern, wie etwa "Untitled" gelingen, hier erinnert Sänger Janne Aleksi Pajari stellenweise etwas an Maynard von Tool. Und daran, dass auch in der zweiten Albumhälfte noch richtige Kracher am Start sind, erkennt man auch gut, dass den Finnen da keineswegs die Luft ausgeht! Da kann man sich ja schon fast freuen, dass für das Quintett aus Tampere die Uhren irgendwann in den 90ern stehen geblieben sind. Auf der eben beendeten Tour mit Negative hat die Combo wohl auch völlig überzeugt, die Band sollte man im Auge behalten! (tj)




