Martyr A.D. - On Earth As It Is In Hell
Totgesagte leben länger...blabla...die übliche Phrasendrescherei. In diesem Fall kann man das aber nicht besser formulieren. Nach ihrem 2001er Debut „The Human Condition In 12 Fractions“ und der darauf folgenden Tour hatten sich die Amis eigentlich schon aufgelöst. 2004 stellen sie nun mit zwei neuen Bandmitgliedern und dem vorliegenden Monsteralbum ein Comeback auf die Bühne, das sich gewaschen hat. Der Hörer bekommt ein 30-sekündiges Intro Zeit um sich in Sicherheit zu bringen, aber dann bricht die verdammte Hölle aus den Boxen. Gnadenlos bekommt man mit derben Oldschool-Trash-Riffs, düsteren Mosh-Einlagen und fiesen Death-Metal-Teilen böse den Arsch versohlt. Das Tempo ist meistens ziemlich verschärft, wird aber regelmäßig durch träge Breakdowns und schleppende Doom-Parts heruntergefahren. Vom Technischen her kann man über das Mädel und die vier Jungs nur staunen! Man merkt deutlich, dass alle schon jahrelang in diversen Bands wie z.B. Disembodied (die man stellenweise sogar heraushört) aktiv sind. Das Songwriting ist vom feinsten bis brillant; mit dem richtigen Riecher für Timing und wahrhaft perverse Breaks! Da gibt’s nichts zu meckern, ebenso wenig wie bei den Texten. Sehr durchdacht und teilweise mächtig zynisch wird mit so einigem abgerechnet. Stücke wie „The Serpent And The Flower“ oder „Misery Dance“ sind nicht nur ziemlich abgefahren, sondern richtig anspruchsvoll. Mit „Bring Out Your Dead“ oder „Into Stone“ kann man sich dumm und dämlich moshen und „Beneath The Plague“ ist eine Dampfwalze, die ihres Gleichen sucht. Aber auch die anderen Songs brauchen sich keineswegs zu verstecken...alles Killer! Es gibt nicht viele Platten, die dermaßen angepisst und düster rüberkommen... man spürt förmlich, wie hier die bewegte Bandgeschichte aufgearbeitet wird. Kommt dann noch, wie in diesem Fall musikalischer Genius hinzu, ist das nicht nur 100%ig authentisch sondern vor allem ein Meisterwerk. (cj)




