4LYN - Take it as a compliment
Tja, was soll man sagen... Man lasse mich mal ganz sachlich die Hintergründe beschreiben, wies überhaupt zu diesem Review kommen konnte: Ich hab bei der entsprechenden Promofirma angeklopft und mich nach einem Rezensionsexemplar der neuen Thorn.Eleven erkundigt. Die hab ich dann auch bekommen und ein paar Tage später kam quasi ungefragt von der gleichen Firma die neue 4LYN hinterher. Nun ist es bei 4LYN ein bisschen so wie bei den Fantastischen Vier oder auch den Toten Hosen. Um die jeweiligen Bands wurde teilweise künstlich eine gewisse Unvereinbarkeit zur jeweils anderen großen Kraft des Genres aufgebaut, wer also die Hosen toll findet kann selten auf Die Ärzte, wer die Fantas schätz lehnt das RHP und Moses Pelham ab und in Sachen deutschem New Metal hieß es sich immer zwischen den Emil Bulls und den Hamburgern 4 LYN entscheiden. So affig das Ganze scheinen mag, ich kenne wirklich viele Leute, die sich derart verhalten – und bei den letztgenannten Bands haben mir die Bulls auch wirklich immer besser gefallen. Denn mit den ersten beiden Alben haben die Hanseaten nicht gerade Preise für Originalität bzw. Sympathie gewonnen, zu deutlich wurde versucht auf einen längst fahrenden Zug aufzuspringen und amerikanischen Vorbildern nachzueifern und das dann auch noch mit teilweise doch arg klischeeartigen Versatzstücken (Pseudonyme, affige Videos etc.). Auch auf ihrer neuen CD klingen ab und an noch die weichen Kekse und Fred Wurst durch, aber es wurden mehrere riesige Schritte hin zur Eigenständigkeit gemacht. Zwölf interessante Songs sind’s geworden, moderner Metal ohne Scheuklappen (Guestvocals vom Deutsch-HipHopper Curse!) und man fragt sich insgeheim wie es denn plötzlich zu dieser begrüßenswerten Entwicklung kam– ob das jetzt wohl am Wechsel der Plattenfirma lag? Ist aber eigentlich auch egal, ich wollte nur den ein oder anderen anregen mal objektiv reinzuhören! (tj)




