Monkey3 - 39 Laps
Monkey3 aus der Schweiz gehen einen ungewöhnlichen Weg. Sie verzichten völlig auf Gesang und versuchen lediglich instrumental den Hörer für sich zu vereinnahmen. Dies gelingt der Band aus Lausanne auch sehr gut. Auf ihrem Album haben sich sechs überlange Tracks eingefunden die allesamt zu fesseln wissen. Die Songs sind komplex arrangiert, warten mit vielerlei Soundtüfteleien auf, werden dabei allerdings nie wirr. Die Songs treiben meist straight nach vorne und fordern den Hörer heraus. Monkey3 sind daher wesentlich weniger düster und auch deutlich zugänglicher als andere beispielsweise Pelican. Ein treffenderer Vergleich wären vielleicht die niederländischen Kong (RIP). Beim anhören von 39 Laps kommt trotz der Spielzeit von über 50 Minuten keine Sekunde Langeweile auf. Dabei ist die Platte mehr als nur angenehme Hintergrundbeschallung, sondern erfordert aktives Zuhören. Die Band versteht sich perfekt darauf, den Hörer mit einem dichten Soundteppich einzuhüllen und völlig gefangen zu nehmen. Als Stilmittel kommen sowohl Einflüsse aus Stoner-Rock wie auch Noiserock zum Einsatz und werden durch reichlich elektronische Elemente ergänzt. Hier schimmert etwas Tool durch, dort Kyuss, dann wieder Isis. Die Arrangements werden oft hypnotisch und fast psychedelisch, verfügen aber jederzeit über den nötigen Drive um nicht langweilig zu werden. Die Band steigert sich von ruhigen Melodien in dichte Soundorgien und wieder zurück. Dabei haben die Songs oft den spontanen Charme einer Jamsession, die beim genaueren betrachten aber doch bis ins kleinste durchdacht ist. Monkey3 dürfte alle Fans von Tool, Isis, Pelican oder auch Kong mit Leichtigkeit begeistern. Cool. (rg)




