dElilah - dElilah
Was bedeutet das jetzt wohl, wenn ich bei dem Bandnamen zunächst mal an Tom Jones denke? Egal, der hatte in Tim Burtons Mars Attacks immerhin nen coolen Auftritt... Das Linzer Trio dElilah ist weder Burton-düster noch Jones-schwülstig, man sucht bewusst den anderen Ansatz. Den EP-Zusatz gibts auch nur, weil es nicht mehr als vier Songs auf dem Silberling hat, die reine Spielzeit verweist eher auf sattes Albumformat: 44 Minuten! Wobei die Überlänge des vierten Songs hauptsächlich durch 15 Minuten Pause vor dem HiddenTrack, zu dem ich jetzt ob seiner Sinnlosigkeit mal gar nichts sage, zustande kommt. Es ist ja an sich wünschenswert, wenn man sich um neue Wege abseits ausgetretener Wege bemüht, allein das elementare beim Musikgenuss ist immer noch das Bauchgefühl. Reisst mich das gehörte mit, berührt es mich, löst es gar Emotionen aus? Und da hab ich so meine Probleme mit den österreichischen Nachbarn von dElilah. Zwei Minuten einleitendes statisches Rauschen und Knarzen beim Opener „Rome Is Coming Back“ macht für mich keinen Sinn, sobald der eigentliche Song dann mit einem schönen Alternative-Motive los geht, macht das gleich viel mehr Spaß, erst recht, wenn bei etwa Minute drei dann auf den Verzerrer getreten wird und einen eine richtig fette Stoner- oder meinetwegen Neurosis-Riffwand in den Sitz drückt. Mit dem nächsten Break bei etwa Minute vier (schauen die auf die Uhr und wechseln immer nach einer Minute?) und den experimentellen Geigensounds wird ich dann schon wieder weniger warm. Schon jemand aufgefallen, dass ich seither noch nichts über den Gesang geschrieben habe? Kein Wunder, ist auch recht selten und taucht beim Opener erstmals kurz um Minute sieben herum auf. Dissonanzen treffen hier auf Tempiwechsel, Emogeschrei auf sackweise Breaks und das ein oder andere Jazzversatzstück... – die Band macht es einem wahrlich nicht leicht sie zu mögen – ich vermute aber mal, dass das auch nicht ihre Absicht war. Hier geht es darum Hörgewohnheiten aufzubrechen, sich von bekannten Strukturen zu lösen und anders zu sein – das ist in jedem Fall gelungen und prinzipiell sympathisch, gefallen tuts mir über weite Strecken aber eben einfach nicht. (tj)




