Headcrash - Cranium
Von Mitte bis Ende der 90er waren Headcrash eine der großen Nummern im damals boomenden und heute größtenteils vergessenen Crossover-Sounds. Platten wie „Overdose On Tradition“ oder das spätere „Lifeboat“ gehören in meinen Augen zu den besten Platten des Genres überhaupt. Auf der Bühne konnte kaum jemand der Band und vor allem der ungezügelten Energie der beiden Frontmänner Allen und Shane das Wasser reichen. 1999 trennte sich die Band dann aus persönlichen Differenzen. 2002 rafften sich dann Teile der Band wieder zusammen. Mit neuen Mitstreitern spielten die einzigen beiden Originalmitglieder Shane (Vocals) und Herwig (Gitarre) eine kleine Tour und veröffentlichten Demos. Jetzt ist nun das erste Album der neuen Headcrash fertig. Von den elf enthaltenen Studiotracks waren einige schon auf den Demos enthalten, wurden aber neu überarbeitet. Der Sound von Headcrash ist heute natürlich ein anderer wie 1999, ihre typischen Trademarks hat die Band aber beibehalten. Noch immer setzt die Band auf die Vermischung von elektronischen Elementen mit harten Gitarren und Hip-Hop artigem Gesang. Wobei Shane heute mehr singt und die Songs insgesamt deutlich poppiger ausgefallen sind. Die Band macht keinesfalls den Fehler altbacken zu klingen ohne sich an aktuelle Trends anzubiedern. Songs wie „Paycheck“ oder „Peas In A Pod“ haben absolut ihren Charme und leben vor allem von Shanes eindringlichen Vocals. Fans der alten Schule werden sich über eine Liveaufnahme von „Scapegoat“ freuen und einer Neuinterpretation von „Freedom (Song)“. An ihre früheren Großtaten kann die Band jedoch nicht anknüpfen. Echte Hits fehlen. Größtenteils liegt das aber auch daran, dass die Band nicht komplett zu sein scheint. Der zweite Mann am Mikro fehlt einfach. Schade also, dass sich die Band nur teilweise zusammengerauft hat. Schön aber, überhaupt wieder ein Lebenszeichen der Jungs zu hören, auch wenn sie das vielleicht besser unter einem anderen Namen getan hätten. (rg)




