Glenn Danzig - Black Aria II
Danzig ist durch. Und das sagt jemand, der den gesamten Backkatalog des Herrn im Schrank stehen hat! Traurige Sache das... Der Mann hat wohl schon vor vielen Jahren seit Mojo verloren, live kriegt er es je nach Tagesform immer noch ganz gut hin, aber die Alben der letzten Jahre waren überflüssig und uninspiriert. Mit „Black Aria“ fügte er seinem Schaffen 1992 einen interessanten neuen Aspekt hinzu. Fast schon der Klassik zuzurechnen ist das Instrumentalalbum auch heute noch ein sehr düsteres und äußerst atmosphärisches Werk rund um Miltons „Paradise Lost“. 14 Jahre später nun also der zweite Teil und an sich konnte es ja nur schief gehen, aber als Fan hofft man ja doch immer... Der Opener ist noch recht vielversprechend, erinnert mit dem opernhaften Frauengesang etwas an Morricone-Western, aber das folgende „Abandonment/Recreation“ ist eine über vierminütige Frechheit. Hier singt das Glenn nämlich die ganze Zeit nur uuu-haaaahhhh zu spartanisch, pseudo-spooky Sounds. Würde vielleicht Sinn machen, wenn er als kritische Anmerkungen zu seinen letzten Alben „auuuua“ singen würde! Tja, und es wird in den knapp 35 Minuten nicht wirklich besser. Halbgare Synthie/Keyboardkompositionen, die bedrohlich wirken sollen, aber höchstselten auch nur Geisterbahn-Niveau erreichen. Klingt alles nach der schnellen Mark, was die lieblose Gestaltung (Typographie zum Davonlaufen, schäbiges vierseitiges Booklet mit unscharfem Foto des „Meisters“ usw.) nur noch unterstreicht. Wenn der weiterhin so fleißig an der Demontage des eigenen Denkmals arbeitet, wird da bald nichts mehr davon übrig sein – und nein, das war kein Seitenhieb auf die überschaubare Körpergröße des Herrn! (tj)




