General Surgery - Left Hand Pathology (LP)
“Left Hand Pathology” ist eine weitere Neuauflage eines Grindcore-Albums im LP-Format von Power It Up, und zunächst einmal finde ich den Titel klasse, der wohl eine Anspielung auf Entombed sein soll. Das Artwork ist auch nicht gerade von schlechten Eltern und passt – so schön blutig und chirurgisch wie es ist – perfekt zum Bandnamen. Der schwedische Fünfer hat sich mit seinem ersten richtigen Longplayer ordentlich Zeit gelassen, denn gegründet wurde General Surgery bereits 1988. Dass sich die Jungs zwischenzeitlich mal ein Jahrzehnt Auszeit nahmen und bei anderen namhaften Bands zu Gange waren, erklärt einiges. So, jetzt aber das Skalpell raus und drauf losgeschnippelt. Erstaunt vernimmt mein Gehör, dass die 14 Stücke auf Anhieb sehr vertraut klingen, um es mal so zu formulieren (wer Carcass kennt, weiß was ich meine). Man könnte auch sagen sie wurden ohne jegliche Scham und Skrupel zusammengeklaut! Aber das macht gar nichts, denn die Songs sind richtig gut; sehr eingängig und alles andere als kompliziert, aber darum geht ja auch nicht. Man hat sich zum Ziel gesetzt, geradlinige, powervolle Stücke zu erschaffen, die rocken sollen und sonst nichts. Gekonnt werden Grind-Elemente zu Death-Riffs älteren Jahrgangs dazugemischt, ein paar bewährte Übergänge von Geknüppel zu Groove (und umgekehrt) platziert, und das Ergebnis ist dann ein böses Stück Vinyl, welches alles wegzubolzen droht, was sich ihm entgegen stellt. So einfach kann Musik machen sein… Den Abschluss der Obduktion bildet eine enorm tief angesiedelte Stimme, bei der wohl etwas am Harmonizer gedreht wurde, und die sich so optimal ins Bild einfügt. Fazit: Wer nicht stiehlt, der kommt zu nichts…zumindest in diesem Fall. Manchmal gibt´s eben auch für Dreistigkeit ein „Daumen hoch“! (cj)




