Norma Jean - Redeemer
Norma Jean sind spätestens seit ihrem zweiten Album „O God, The Aftermath“ keine Unbekannten mehr. Das Album brachte ihnen immerhin eine Nominierung für den Grammy sowie einen Platz auf der Ozzfest Tour ein. Der Nachfolger „Redeemer“ zeigt die Band einen Schritt weiter. Der erste, oberflächliche Höreindruck lässt sofort bisher vernachlässigte melodische Komponenten erkennen. Weiterhin scheint die Band wesentlich mehr Ordnung ins musikalische Chaos des Vorgängers gebracht zu haben. So sind die Songs heute ein gutes Stück zugänglicher. Von ihrer Intensität und Turbulenz hat die Band allerdings nichts eingebüßt. Im Gegenteil, die neuen Aspekte der Band kombiniert mit der Komplexität und vertrackten Arrangements die man von der Band kennt gipfeln in einen noch intensiveren, forderndem Sound. Shouter Cory hat ebenfalls eine beachtliche Entwicklung durchgemacht und setzt seine Stimme nun auch zum singen statt nur zum schreien ein. Dabei besticht er weniger durch eine perfekte Stimme sondern durch Charisma und Charme. Angemerkt sei, dass die neuen melodischen Aspekte kaum etwas mit gängigen Hart/Melodisch-Blaupausen zu tun haben. Produziert wurde die Platte übrigens von Produzenten-Gott Ross Robinson der es in der Vergangenheit immer wieder geschafft hat außergewöhnlichen Bands den letzten Schliff zu verpassen (At The Drive-In, Korn, Slipknot, From First To Last). Auch im Fall Norma Jean scheint ihm das vortrefflich gelungen zu sein. Geiles Album, abseits ausgelatschter Genre-Pfade. (rg)




