Censored - in-existence
Wie war das mit den blühenden Landschaften? Zumindest die Jungs von Censored dürften mit ihrem aktuellen Album „in-existence“ die Herzen von Legionen von Death-Metal-Jüngern zum blühen bringen. Kann man auch das Cover-Artwork nicht unbedingt als „Eyecatcher“ bezeichnen, so überzeugt der Inhalt doch umso mehr. Die Haupteinflüsse der Band sind laut Band-Bio im US-Metal anzusiedeln, was nicht zu überhören ist. Das Album besticht durch eine astreine Produktion, die sich vor denen der „Großen“ nicht verstecken muss. Gekonnt wechseln sich Up- und Mid-tempo-Stücke ab. Vor allem „Prone to kill and torture as a strategy to overthrow governments“ knallt ohne Ende und erinnert durchaus an die guten alten Cannibal Corpse-Zeiten. Die überraschend vielseitigen Vocals (von lieblichen Gekreische bis hin zu wirklich flegelhaften Grunzgeräuschen – einfach fabelhaft)brennen alles zu Staub, die Sechs-Saiter sensen mit brachialer Gewalt alles weg und die Drums donnern gekonnt und präzise wie Thor höchstpersönlich. Textlich bewegt man sich unter anderem auch in politischen Gefilden, wobei man geteilter Meinung sein kann, ob Metal unbedingt politisch sein muss. Die Spielzeiten der einzelnen Songs bewegen sich zwischen 3 und 6 Minuten, und, man glaubt es kaum, endlich mal wieder ein Album mit einem hidden-track der keineswegs hinter der Klasse der anderen Songs zurückbleibt. Mit viel Feingefühl platzierte Grindcore-/Death-Einlagen, Breaks und Tempowechsel sorgen immer wieder für einen Überraschungseffekt. Selbst nach unzähligen Durchläufen verliert „in-existence“ keineswegs an Fahrt. (jb)




