Wumpscut: - Cannibal Anthem
Wumpscut ist Rudy Ratzinger, er gründete 1991 die Band und avancierte in Szenekreisen schnell zum Kult. Ich vermute mal, dass Meister Rudy außer dem Nachnamen nicht viel mit „unserem“ Papst zu tun hat und Ihr fragt Euch bestimmt, was eine EBM-Kritik im Helldriver zu suchen hat? Gute Frage! (Stellt sie dem Chefredakteur!) Ich hab sie mir auch gestellt, denn auch wenn ich nie Regeln fürs Helldriver erhalten habe in Bezug auf „bis hierhin und nicht weiter!“, so hatte ich selbst bei Reviews fürs Mag immer auch an Gitarren gedacht. Die kommen auf „Cannibal Anthem“ aber nicht vor! Und trotzdem ist das Album streckenweise fies und kalt wie sonst wenig, was ich in den letzten Wochen gehört habe. Die Drumattacken von „Wir warten“ ballern z.B. so derart gnadenlos und maschinengewehr-like auf den Hörer ein, dass man das nur als harte Musik bezeichnen kann – und die ist hier ja wohl richtig platziert, oder? Streckenweise erinnert mich das dann etwas an Frontlineassembly, Kraftwerk oder auch Aphex Twin – wobei dessen Sickness in den Beats nicht wirklich erreicht wird. Die Songs sind meist sehr eingängig gehalten, sind aber auch durchaus schnell und zielen wohl auch auf die Beine der Hörerschaft. Auch ein rein instrumentaler Track wie „Auf der Jagd“ wird nicht langweilig. Bei der Namensgebung stand wahrscheinlich der Rothenburger Internetfreund Herr Meiwes Pate und auch, wenn das Thema sicherlich zum Nachdenken anregt, so versteh ich doch echt nicht, warum so viele Leute das in ihren Songs aufnehmen. (tj)




