The Shocker - Up Your Ass Tray
Selbst ohne Bandinfo wäre ich wohl bald darauf gekommen, woher ich die charakteristische Stimme der Sängerin kenne. Jennifer Precious Finch, die nicht nur singt, sondern auch die Lead-Gitarre bedient, kennen Ältere vielleicht noch von ihrer Ex- Band L7. Diese durfte ich als Vorgruppe der göttlichen Faith No More 1992/93 in Neumarkt sehen und habe mir damals im Vorfeld auch ihr „Bricks Are Heavy“-Album gekauft. Das war damals eine der ersten Girrrrl-Bands, die mir untergekommen ist. „Up Your Ass-Tray“ klingt wie der logische nächste Schritt, wie ein Nachfolgealbum und eben nicht als ob hier eher Monate als Jahrzehnte zwischen den Veröffentlichungen liegen. Schmissiger, straighter Punkrock, mit weiblichen Vocals der sofort ins Ohr geht und authentisch rotzig ins Ohr geht. Das Konzept der Frauenband hat Miss Finch wohl über Bord geworfen (neben ihr ist nur noch eine Lady in der Band, und die bedient den Bass), aber Geschlecht ist ja eh kein Maßstab für Qualität, die Band spielt jedenfalls sehr tight zusammen. Ein Manko des Albums ist leider, dass es nur für 25 Minuten Spielzeit gelangt hat, in der bringt es die Band dann aber immerhin auf elf Songs.(tj)




