Kashmir - No Balance Palace
Ein wunderschönes Album wie geschaffen für die dunklere und wolkige Herbstzeit, die jetzt gerade anbricht. Das dänische Quartett hat ein gutes Händchen für melancholische Pop-Rock-Hymnen, die herrlich düster und doch treibend aus den Boxen quellen. Sie selbst geben als Haupteinflüsse Bands wie Sonic Youth oder My Bloody Valentine an, für jüngere Ohren klingt das streckenweise dann doch eher nach Radiohead zu OK Computer-Zeiten. Selbst die geschmeidige Stimme von Kasper Eistrups erinnert ab und an mit den Kopfstimme-Passagen an Tom Yorke, von einer Kopie sind die Vier aber meilenweit entfernt. Die Band stammt aus der Kopenhagener Kunst-Szene und hat sich über fünf Alben zum heutigen Stil durchgearbeitet. Im Gegensatz zum selbstproduzierten Vorgänger “Zitilites� begaben sie sich diesmal in die Hände eines erfahrenen Produzenten: Tony Visconti heisst der Mann und betreute vor ihnen u.a. David Bowie, Iggy Pop, T-Rex und diverse andere Legenden. Eben dieser David Bowie singt beim Song “The Cynic� auch im Duett mit Eistrups und an einer anderen Stelle ist gar Lou Reed zu hören. Ob sich die Dänen auf lange Sicht in die Legenden-Liste einreihen dürfen bleibt abzuwarten, vorerst können sie schon mal stolz auf “No Balance Power� sein. (tj)




