Erottica - Erotticism
Den Fehlstart in Form des doch reichlich schmalen Bandnamens macht das The Haunted-Shirt auf dem Bandfoto schon wieder teilweise wett. Beim Einlegen der CD fällt dann gleich mal die satte Spielzeit von über einer Stunde auf. Der Sound ist dann aber schwer zu kategorisieren. Zunächst mal ist er nicht sehr gut, denn die Bassdrum ist kaum hörbar und die Gitarren klingen irgendwie pappig. Musikalisch ist das Heavy Metal, die Growls von Sänger David Gabrielsson führten dann aber zur Death-Ergänzung in der Genre-Bezeichnung. Komplett anderes Bild dann beim zweiten Song "Fight Till You Die", da könnte man fast meinen, daß es sich um eine komplett andere Band handelt. Da wird die Taktzahl um einiges erhöht, die Band bemüht sich um den Maiden-Klon-Wanderpokal und Herr Gabrielsson klingt plötzlich wie ein hysterischer Rob Halford - schizophren die Herren? Beim dritten Song geht wieder eher im Midtempo-Bereich weiter und der Sänger keift zur Abwechslung mal. Das Album hat durchaus seine gelungenen Momente, hier und da baut Gitarrist Torgny Johansson ein paar nette Riffs ein, sobald der Sänger aber wieder die Ledertuntenmütze ins Gesicht zieht und Onkel Rob huldigt oder die Gitarren wieder allzu sehr Maiden nacheifern wirds anstrengend bzw. belanglos (siehe z.B. "Deep Within A Blackened Heart"). Gegen Ende des Albums ("Everchanging") kommen dann auch noch keyboardartige Gitarreneffekte zum Einsatz, die sehr schön den Raum aufmachen. Track 12 und 13 kommend dann auf schwedisch daher, zusätzlich auch noch mit Akkustikgitarren, Klavier und Frauengesang. Unterm Strich also viele interessante Zutaten, aber es entsteht leider kein leckerer Gesamtgeschmack sondern eher ein Zutatenchaos. (tj)




