Hotchpotch - Bring It To The Boil
Auf der CD selbst ist jede Menge Gemüse, wie Brokkoli, Zucchini, Paprika und so weiter abgebildet, bunt gemischt und selbst von mir als notorischem Grasfresser und Kochlöffelschwinger ist schwer auszumachen, ob es sich hier jetzt um einen leckeren Eintopf oder um vorverdautes Erbrochenes handelt. Die Band aus der Alpenrepublik mit Erbrochenem zu vergleichen war natürlich nicht mein Ziel, aber diese unübersichtliche Vielfalt im Topf der Band ist schon symptomatisch. Genau wie an unserem Underground sind auch in Österreich Korn, Deftones, System Of A Down und Konsorten nicht spurlos am nationalen Nachwuchs vorbeigegangen. Und wo bei uns die ersten Bands diesen New Metal Kinderschuhen bereits wieder entwachsen sind (wie etwa die Emil Bulls) stapfen Hotchpotch noch munter in ihren Gummistiefeln durch sämtliche oben erwähnten US-Stil-Reservoirs. Nicht dass die Innsbrucker eine der genannten Bands eins zu eins kopieren würden, sie schmeißen eben nur alles in einen Topf, würzen noch großzügig mit Sitarspiel, Samplersounds, HipHop- und Punk-Anleihen, Percussion usw., machen dann ordentlich Dampf unterm Kessel und vergessen dabei, dass es ne riesen Sauerei geben kann, wenn man so was ohne Plan zum Kochen bringt. In ihrer Heimat haben die Jungs schon einen nationalen Nachwuchswettbewerb für sich entscheiden können und sich mit vielen klingenden Namen die Bühne geteilt, u.a. mit Therapy?, Life Of Agony, Die Happy, Poison The Well und Dillinger Escape Plan. Klingt nach ner wilden Mischung? Eben! Ich stelle mir gerade vor, wie die Dillinger-Fans wohl auf so ne Vorband reagiert haben, wobei, Die Happy war bestimmt auch lustig. Man verstehe mich richtig, das ist von Produktions- und Darbietungsseite her durchaus sehr gut vorzeigbar, ich persönlich hab aber so meine Probleme in dem ganzen Bombardement von Stilelementen die Band, den Song, ja: den Charakter zu sehen. Weniger ist eben doch manchmal mehr! (tj)






