Emil Bulls - The Southern Comfort
Der Albumtitel hätte nicht passender gewählt werden können. Klar, man denkt zunächst mal an Frau Joplins Lieblingsgetränk, die Bajuwaren meinen das aber eher geographisch. Nachdem der Majordeal im Zuge von Umordnungen der Labelfamilie flöten ging, sind die smarten Herren jetzt bei Pirate unter Vertrag, dem Label von Michael Mittermaier. Das ist im heimischen München – ebenso wie Studio und Mangement, der Segen der kurzen Wege. Mit 13 Tracks zeigen die 5 ½ Musiker (DJ Zamzoe ist live leider nicht mehr dabei, steht der Band aber noch im Studio zur Seite), dass der New Metal Boom in Deutschland zwar vorbei ist, mit ihnen aber nach wie vor zu rechnen ist. Schon immer steckte in der Band mehr als Hüpf-Riffs und tiefergestimmt Instrumente und dem Albumtitel entsprechend „gemütlich“ ist hier auch wenig, allerdings ist das Material deutlich erwachsener geraten und wächst mit jedem Hördurchgang. Neben straighten Rockern wie „Revenge“ (Abrechnung mit dem Major-Zirkus) oder „Wolves“ stehen düster-melancholische Midtempohymnen wie z.B. „These Are The Days“, die sehr lange im Ohr bleiben. Und sogar eine balladeske Nummer wie „Friday Night“, die nur von Christs Stimme, Akustik- und Slide-Gitarren sowie Streichern getragen wird, geht der Band locker von der Hand. Fazit: Leicht gesenkter Hitfaktor mit mehr Substanz bei deutlich bessern Zukunftsaussichten! (tj)




