Dear Diary - How To Become A Ghost
Die deutsche Band Dear Diary veröffentlicht mit „How To Become A Ghost“ bereits ihr zweites Album. Wer die Band nicht kennt könnte aufgrund ihrer Labelheimat vermuten bei Dear Diary handle es sich um eine Band aus dem Metal- oder Grindcore Umfeld. Doch weit gefehlt, die Band orientiert sich an den Pionierbands des Emocores wie Texas Is The Reason oder Sunny Day Real Estate. Das Ergebnis sind zwölf Songs die emotional aber auch heftig rocken, die pulsierende Energie und sanfte Einfühlsamkeit versuchen zusammen zu bringen. Dies gelingt der Band auch ziemlich gut. Die Songs verfügen über reichlich Tiefgang und kommen ohne oberflächliche Ohrwurmmelodien aus. Krachige ungeschliffene Riffs treffen auf schöne, verträumte Melodien und auch der Gesang zeigt sich mal kräftiger mal zerbrechlicher. Mit dem meisten was heutzutage alles unter dem Label Emo läuft haben Dear Diary wenig zu tun. Die Band klingt erfrischend anders. Trotz einiger wirklich großartiger Songs wie „Black Black“, „Ready“ und „At Survivors Place“ schafft es die Platte nicht voll zu überzeugen. Die Songs werden nach einer Weile zu austauschbar und in der Mitte langweilt die Platte stellenweise ziemlich. Erst gegen Schluss gibt es mit „This Is The Death Of Everything” noch mal nen starken Song. Eigentlich schade, denn die Band hat großes Potential. Obwohl die Platte von Guido Lucas (Donots, Pale, Yage) produziert wurde erscheint mir der erdige Sound etwas schwach. Gute Band, aber das gewisse Etwas fehlt noch. (rg)




