Ektomorf - Instinct
Epigone der; -n, -n: Unschöpferischer Nachfolger, Nachahmer ohne eigene Ideen (besonders in Literatur und Kunst) ... so stehts in meinem Fremdwörterlexikon, zwar nicht unter Ektomorf, aber passenderweise ganz in der Nähe. Und es ist ja auch schon fast frech mit welcher Konsequenz die Ungarn um Sänger und Gitarrero Zoltà n Farkas dem Oeuvre des Max Cavalera nacheifern. Das beginnt bei den Songs und Riffs auf ihrem zweiten Album für Nuclear Blast (ob sie nun an verschiedene Sepultura-Phasen, Nailbomb oder Soulfly erinnern ist da eigentlich nur marginal wichtig), geht über die Kleidung, Körperschmuck, Thematik, Instrumente, Gestik, Mimik bis hin zur Haltung beim Singen. Aber hey, wie hieß das in der ollen Kaffee-Werbung nicht gleich? „Frech kommt weiter!“. Und auch wenn kreativ nur wenig auf der Habenseite der Puszta-Derwische steht, so haben sie etwas, was ähnlich viel wert ist: Live-Power. Selten hab ich eine Band gesehen, die das Publikum so schnell in der Hand hatte und über die Dauer einer Show zur willenlos moshenden Meute wandelte. Respekt dafür, für Hingabe und Leidenschaft, für konstantes Touren und Arschaufreissen, aber eben nicht für recycelte Cavalera/Kisser-Riffs. (tj)




