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Auf dem europäischen Festland fristeten Will Haven seit ihrer Gründung kaum mehr als ein Dasein als Insider-Tipp. Ihr eigenwilliger Mix aus düsterem Noise und frustriertem Hardcore erreichte hierzulande deutlich weniger Ohren als in den Staaten und England.  1997 begleiteten Will Haven die Deftones auf deren Around The Fur-Tour, später war Shouter Grady als Gast auf Soulflys „Primitve“ Album zu hören. Nach drei großartigen Platten gab Shouter Grady seinen Ausstieg bekannt und die Band darauf ihre Auflösung. Die Jungs machten von da an unter dem Namen Ghostride mit neuem Sänger und deutlich rockigerem Sound weiter. Im letzten Jahr taten sich Will Haven wieder zusammen, gingen auf Tour und arbeiteten an neuen Songs. Im März und April diesen Jahres begeleitete die Band aus Sacramento erneut die Deftones auf ihrer Europatour und das obwohl Shouter Grady kurz zuvor seinen erneuten Ausstieg bekannt gab. Ich traf mich mit der Band inklusive dem kurzerhand rekrutierten neuen Sänger Jeff Jaworski in Zürich um mit ihnen über die Reunion, dem neuen Album und der Veränderung am Mikro zu sprechen.

Wie läuft die Tour bisher?

Jeff Jaworski: Sehr gut. Wir sind jetzt seit elf Tagen unterwegs und es läuft sehr gut. Wir eröffnen für die Deftones, es sind also immer sehr viele Leute auf den Shows. Da kann man sich nicht beschweren.

Ihr wart ja schon mal mit den Deftones hier.

JI: Ja, das ist inzwischen schon zehn Jahre her. Das letzte Mal als wir in Zürich waren, wirkte der Club wie ein Gefängnis. Es war cool, aber ich erinnere mich um ehrlich zu sein nicht mehr an viel.

Was habt in der Zeit gemacht seit ihr euch getrennt hattet?

Jeff Irwin: Als Grady uns das erste Mal verlassen hat haben wir Ghostride gegründet und zwei Jahre lang am Leben erhalten. Grady wollte dann wieder mit uns spielen und wir haben Will Haven reformiert und ungefähr ein Jahr zusammen gespielt. Jetzt hat er uns kürzlich wieder verlassen und wir nehmen jetzt ohne ihn ein Album auf. Wir wollten einfach weiter machen und haben Jeff in die Band geholt um Grady zu ersetzen. Eigentlich waren wir also seit unserem Split sehr viel beschäftigt. Wir haben nie aufgehört Musik zu machen.

Warum habt ihr ursprünglich die Band aufgelöst?

JI: Weil Grady uns verlassen hat. Wir wollten die Gelegenheit ergreifen etwas Neues zu machen. Will Haven gab es damals schon seit zehn Jahren und wir wollten unseren Horizont erweitern. Das hat sehr gut funktioniert, denn auf unserem neuen Album sind Einflüsse von Ghostride zu hören. Das war sehr cool.

Worin liegt der Unterschied von damals zu heute? Warum habt ihr damals die Band aufgelöst als Grady euch verlassen hat und heute aber beschlossen ohne ihn weiter zu machen?

JI: Beim ersten Mal wollten wir ohne ihn nicht weiter machen und es war auch für die Zeit die beste Entscheidung. Heute wäre es das nicht. Wir sind sehr enthusiastisch und wollen unbedingt mit Will Haven weiter machen. Wir hätten aber wahrscheinlich nicht weiter gemacht, wenn Jeff nicht zugesagt hätte bei uns einzusteigen. Wir wollten nicht irgendeinen neuen Sänger aus dem Nirgendwo. Jeffs Stimme ist sehr ähnlich zu Gradys und er bringt dieselben Emotionen rüber. Er kennt uns seit Jahren und weiß genau wofür Will Haven stehen. Es war also keine Frage ihn zu nehmen und daher auch das Beste mit der Band weiter zu machen. Wir kennen Jeff nun schon seit 14 Jahren. Wir haben eine Zeit lang zusammen gewohnt. Er hat auch schon auf WHVN Gastvocals beigesteuert. Er gehört zur Familie und es ist sehr natürlich für uns ihn in der Band zu haben.

Warum hat Grady euch dieses Mal verlassen?

JI: Er bekam einen Job angeboten den er annehmen musste. Er hat eine Familie mit Kindern. Will Haven bringt nicht genügend ein um für sie zu sorgen. Darum musste er den Job annehmen um für seine Familie zu sorgen. Wir können das voll respektieren.    

Wie klingen die neuen Songs?

Mike Martin: Sie klingen sehr typisch nach Will Haven. Es gibt sicherlich mehr Melodien und mehr verschiedene Sound-Schichten, aber im Grunde ist es typisch Will Haven. Du wirst uns definitiv wieder erkennen.  Die Vocals sind großartig. Ich wünschte, wir könnten mehr der neuen Songs auf dieser Tour spielen. Wir haben nur einen Neuen im Programm. Das Album wurde in den letzten Wochen vor dieser Tour geschrieben und aufgenommen. Wir hatten aber nicht mehr genügend Zeit um die Songs zu proben. Das Album ist aber schon komplett im Kasten.

Wie reagieren die Fans auf dich, Jeff, als neuen Sänger?

JJ: Sehr gut. Mir ist bisher keine Ablehnung aufgefallen, was man ja normalerweise erwarten würde, wenn der Sänger wechselt. Ich hatte diese Vorstellung, dass die Leute nach Grady rufen würden. Aber das ist nie passiert. Ich geh einfach auf die Bühne und mache es zu meinem Ding. Es ist eine neue Ära für die Band. Der neue Song ist immer einer der Höhepunkte im Set. Ich bin wirklich überrascht wie glatt das alles läuft.

Wann kommt das Album denn raus.

JJ: In Europa am 22. Juni über Bieler Brothers. Das ist dasselbe Label auf dem auch Skindred, Nonpoint und SikTh sind. Wir sind auf diesem Label definitiv eine der düsteren und härteren Bands. Viele der Bands auf dem Label gehen eher in diese Nu-Metal Richtung. Mit Will Haven wollen sie sich eher in eine Hardcore Richtung entwickeln.

Was sind eure Pläne mit dem neuen Album?

JJ: Es endlich zu veröffentlichen und es zu promoten. Wenn wir nach Hause kommen, werden wir erstmal an dem Artwork arbeiten. Das Album wird übrigens „Hierophant“ heißen. Das ist ein spiritueller Führer. Eher im Sinne von Yoda….auf Crack. Hoffentlich bieten sich dann einige Gelegenheiten auf Tour zu gehen. Das ist der beste Weg ein Album zu promoten.  

Gibt es bereits Pläne für eine neue Europatour.

JJ: Noch nicht, wir sollten erstmal diese hier hinter uns bringen. Aber du hast Recht, wir sollten mehr in Europa spielen. Ich mag Deutschland sehr und auch die Schweiz ist cool. Allerdings weiß ich nicht welche Sprache man hier spricht.

Deutsch, zumindest hier in Zürich.

JJ: Aha, ich habe auch schon französisch und italienisch gehört.

Ja, die Schweiz ist in diese drei Sprachen aufgeteilt. Je nach Region dominiert eine andere.
Hast du die Texte für das neue Album geschrieben?

JJ: Ja, die Texte stammen von mir. Aber einige der Songs wurden noch geschrieben als Grady noch in der Band war. Von diesen Songs gab es Demos, aber Grady hat die Texte nie aufgeschrieben. Ich habe also versucht herauszufinden was er gesungen hat und habe mich mit meinen Texten an seine Gesangslinien gehalten soweit das ging und hier und da etwas verändert.

Wovon handeln sie?     

JJ: Meine andere Band Red Tape ist eine sehr politische Band mit direkten Texten. Bei Will Haven geht es eher um existenzielle, persönliche und spirituelle Themen. Sie handeln vom Leben allgemein.

Gibt es Red Tape noch?

JJ: Ja, aber wir sind inzwischen mehr eine Wochenendband und lassen es eher ruhig angehen. Wir schreiben aber noch neue Songs, setzten uns aber nicht besonders unter Druck. Jedes Mitglied von Red Tape spielt auch noch in einer anderen Band. Darum kommt es auch nicht zu Problemen mit Will Haven.    

Hab ihr noch letzte Worte?

JJ: Besucht unsere Webseite bei Myspace (www.myspace.com/willhaven43)

Rolf Gehring

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Review: The Hierophant, 2007 (rg)